Lisa Della Casa – Frauen Lieben und Leben, Robert Schumann, Op.42 and Lotte Lehman

One of my favorite sopranos of all time is Lisa Della Casa, who died in 2012 at 93. She was a full lyric soprano, and just about everything that she sang was wonderful.  For those more technically-minded, the air was placed so high that she always sang in the resonance, with a shimmering sound in her higher registers.  I will explain what I mean by these terms at another time but suffice it to say that there was no drag on her voice at all; it was entirely free, and she could do what she wanted. Here she is singing Schumann’s song cycle “Frauen Lieben und Leben”.  For comparison, I have put in a link to Lotte Lehmann singing the same cycle.  I could devote an entire blog to Lehmann.  This recording is from 1941, which is late for her.  But compare the two recordings and see which you like better.  Some information about the cycle follows, and there I have inserted the German text.  For copyright reasons, I cannot include the translations, but you can find them for yourselves here:  http://www.lieder.net/lieder/assemble_texts.html?SongCycleId=70

 

Della Casa .    https://youtu.be/c_X5SW14PmM

Lehmann         https://youtu.be/uJ17sVNppc4

Frauen-Liebe und Leben (A Woman’s Love and Life) is a cycle of poems by Adelbert von Chamisso, written in 1830. They describe the course of a woman’s love for her man, from her point of view, from first meeting through marriage to his death, and after. Selections were set to music as a song-cycle by masters of German Lied, namely Carl Loewe (1836), Franz Lachner (c1839), and Robert Schumann (1840). The setting by Schumann (his opus 42) is now the most widely known.

Chamisso’s poems

There are nine poems in the cycle, to which Chamisso gave the title Frauen-Liebe und Leben. It was first published in 1830, and twice in 1831 in the first editions of his poetry, and of his complete works.

Schumann composed his setting, Frauenliebe und Leben in 1840, his year of song in which he wrote numerous lieder and three other complete song cycles: Liederkreis, Op. 24, Liederkreis, Op. 39 and Dichterliebe, Op. 48. There are eight poems in his cycle, together telling a story from the protagonist’s first meeting her love, through their marriage, to his death. They are:

  1. ‘Seit ich ihn gesehen’ (“Since I saw him”)
  2. ‘Er, der Herrlichste von allen’ (“He, the noblest of all”)
  3. ‘Ich kann’s nicht fassen, nicht glauben’ (“I cannot grasp or believe it”)
  4. ‘Du Ring an meinem Finger’ (“You ring upon my finger”)
  5. ‘Helft mir, ihr Schwestern’ (“Help me, sisters”)
  6. ‘Süßer Freund, du blickest mich verwundert an’ (“Sweet friend, you gaze”)
  7. ‘An meinem Herzen, an meiner Brust’ (“At my heart, at my breast”)
  8. ‘Nun hast du mir den ersten Schmerz getan’ (“Now you have caused me pain for the first time”)

Schumann’s choice of text was very probably inspired in part by events in his personal life. He had been courting Clara Wieck but had failed to get her father’s permission to marry her. In 1840, after a legal battle to make such permission unnecessary, he finally married her.

It is possible that the heroine depicted in these poems is a maidservant brought to town to serve as a sexual companion (I’m being very polite here).  If that is the case, the poems take on a whole new meaning as a member of the gentry falls in love with a downstairs maid.

“Seit ich ihn gesehen”

Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein;
Wo ich hin nur blicke,
Seh ich ihn allein;
Wie im wachen Traume
Schwebt sein Bild mir vor,
Taucht aus tiefstem Dunkel,
Heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos
Alles um mich her,
Nach der Schwestern Spiele
Nicht begehr ich mehr,
Möchte lieber weinen,
Still im Kämmerlein;
Seit ich ihn gesehen,
Glaub ich blind zu sein

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Er, der Herrlichtse von allen”

Er, der Herrlichste von allen,
Wie so milde, wie so gut!
Holde Lippen, klares Auge,
Heller Sinn und fester Mut.

So wie dort in blauer Tiefe,
Hell und herrlich, jener Stern,
Also er an meinem Himmel,
Hell und herrlich, hehr und fern.

Wandle, wandle deine Bahnen;
Nur betrachten deinen Schein,
Nur in Demut ihn betrachten,
Selig nur und traurig sein!

Höre nicht mein stilles Beten,
Deinem Glücke nur geweiht;
Darfst mich niedre Magd nicht kennen,
Hoher Stern der Herrlichkeit!

Nur die Würdigste von allen
Darf beglücken deine Wahl,
Und ich will die Hohe segnen,
Viele tausendmal.

Will mich freuen dann und weinen,
Selig, selig bin ich dann;
Sollte mir das Herz auch brechen,
Brich, o Herz, was liegt daran?

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Ich kann’s nich fassen, nicht glauben”

Ich kann’s nicht fassen, nicht glauben,
Es hat ein Traum mich berückt;
Wie hätt er doch unter allen
Mich Arme erhöht und beglückt?

Mir war’s, er habe gesprochen:
“Ich bin auf ewig dein”—
Mir war’s – ich träume noch immer,
Es kann ja nimmer so sein.

O lass im Traume mich sterben,
Gewieget an seiner Brust,
Den seligen Tod mich schlürfen
In Tränen unendlicher Lust.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Du Ring an meinem Finger”

Du Ring an meinem Finger,
Mein goldenes Ringelein,
Ich drücke dich fromm an die Lippen,
Dich fromm an das Herze mein.

Ich hatt ihn ausgeträumet,
Der Kindheit friedlich schönen Traum,
Ich fand allein mich, verloren
Im öden, unendlichen Raum.

Du Ring an meinem Finger
Da hast du mich erst belehrt,
Hast meinem Blick erschlossen
Des Lebens unendlichen, tiefen Wert.

Ich will ihm dienen, ihm leben,
Ihm angehören ganz,
Hin selber mich geben und finden
Verklärt mich in seinem Glanz.

Du Ring an meinem Finger,
Mein goldenes Ringelein,
Ich drücke dich fromm an die Lippen,
Dich fromm an das Herze mein.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Helft mir, ihr Schwestern”

Helft mir, ihr Schwestern,
Freundlich mich schmücken,
Dient der Glücklichen heute mir,
Windet geschäftig
Mir um die Stirne
Noch der blühenden Myrte Zier.

Als ich befriedigt,
Freudigen Herzens,
Sonst dem Geliebten im Arme lag,
Immer noch rief er,
Sehnsucht im Herzen,
Ungeduldig den heutigen Tag.

Helft mir, ihr Schwestern,
Helft mir verscheuchen
Eine törichte Bangigkeit,
Dass ich mit klarem
Aug ihn empfange,
Ihn, die Quelle der Freudigkeit.

Bist, mein Geliebter,
Du mir erschienen,
Giebst du mir, Sonne, deinen Schein?
Lass mich in Andacht,
Lass mich in Demut,
Lass mich verneigen dem Herren mein.

Streuet ihm, Schwestern,
Streuet ihm Blumen,
Bringet ihm knospende Rosen dar,
Aber euch, Schwestern,
Grüss ich mit Wehmut,
Freudig scheidend aus eurer Schar.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Süsser Freund, du blackest mich verwundert an”

Süsser Freund, du blickest
Mich verwundert an,
Kannst es nicht begreifen,
Wie ich weinen kann;
Lass der feuchten Perlen
Ungewohnte Zier
Freudig hell erzittern
In dem Auge mir!

Wie so bang mein Busen,
Wie so wonnevoll!
Wüsst ich nur mit Worten,
Wie ich’s sagen soll;
Komm und birg dein Antlitz
Hier an meiner Brust,
Will in’s Ohr dir flüstern
Alle meine Lust.

Weisst du nun die Tränen,
Die ich weinen kann,
Sollst du nicht sie sehen,
Du geliebter Mann?
Bleib an meinem Herzen,
Fühle dessen Schlag,
Dass ich fest und fester
Nur dich drücken mag.

Hier an meinem Bette
Hat die Wiege Raum,
Wo sie still verberge
Meinen holden Traum;
Kommen wird der Morgen,
Wo der Traum erwacht,
Und daraus dein Bildnis
Mir entgegen lacht.

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“An meinem Herzen, an meinerBrust”

An meinem Herzen, an meiner Brust,
Du meine Wonne, du meine Lust!

Das Glück ist die Liebe, die Lieb ist das Glück,
Ich hab’s gesagt und nehm’s nicht zurück.

Hab überschwenglich mich geschätzt,
Bin überglücklich aber jetzt.

Nur die da säugt, nur die da liebt
Das Kind, dem sie die Nahrung giebt;

Nur eine Mutter weiss allein,
Was lieben heisst und glücklich sein.

O, wie bedaur’ ich doch den Mann,
Der Mutterglück nicht fühlen kann!

Du lieber, lieber Engel, Du
Du schauest mich an und lächelst dazu!

An meinem Herzen, an meiner Brust,
Du meine Wonne, du meine Lust!

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

“Nun hast du mir den ersten Schmerz getan”

Nun hast du mir den ersten Schmerz getan,
Der aber traf.
Du schläfst, du harter, unbarmherz’ger Mann,
Den Todesschlaf.

Es blicket die Verlassne vor sich hin,
Die Welt ist leer.
Geliebet hab ich und gelebt, ich bin
Nicht lebend mehr.

Ich zieh mich in mein Innres still zurück,
Der Schleier fällt,
Da hab ich dich und mein verlornes Glück,
Du meine Welt!

Adelbert von Chamisso (1781-1838)